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Blutzuckerlangzeitgedächtnis

HbA1c – unser Blutzuckerlangzeitgedächtnis

by pixelio media gmbh Die Messung der Blutzuckerwerte und die richtige Stoffwechseleinstellung gehören zum Alltag eines Diabetikers dazu. Beachtung sollte man aber nicht nur den aktuellen Messungen des Blutzuckers schenken, sondern ebenfalls der Einstellung des Langzeitblutzuckerspiegels, der über einen längeren Zeitraum beobachtet werden muss. Auskunft über diesen gibt der so genannte HbA1c-Wert.

Diabetiker leiden oft mehr unter den Folgeerscheinungen ihrer Krankheit, als unter dem Diabetes selbst. Zu hoher Blutdruck, Schlaganfall- und Herzinfarktrisikos sowie das diabetische Fußsyndrom sind nur einige der gefürchteten Folgeerkrankungen. Mitverantwortlich für diese ist vor allem ein zu hoher Langzeitblutzuckerwert. Ist dieser Wert über einen längeren Zeitraum erhöht, können Schädigungen an Nerven und Gefäßen die Folge sein. Diese beginnen schleichend und werden, aufgrund des verminderten Schmerzempfindens oft sehr spät bemerkt. Diabetespatienten sollen deshalb ihren Langzeitblutzuckerwert unbedingt kennen und diesen regelmäßig von ihrem Arzt kontrollieren lassen.

Blutzuckerlangzeitgedächtnis

Für die rote Farbe unseres Blutes ist der Stoff Hämoglobin verantwortlich. Gleichzeitig befördert er den Sauerstoff in unsere Körperzellen. Der HbA1c-Wert gibt den Anteil des "gezuckerten" roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) am Gesamthämoglobin wieder. Dieses stabile „Zucker-Hämoglobin“ nennt man auch HbA1c. Es entsteht nicht nur bei Diabetikern, sondern auch bei jedem gesunden Menschen. Sein Gehalt ist dabei abhängig von der durchschnittlichen Blutkonzentration, die bei gesunden Menschen niedriger ist. Das bedeutet: In Abhängigkeit von der Höhe des Blutzuckerspiegels über einen gewissen Zeitraum, steigt proportional der HbA1c -Wert. Damit ist er ein sehr wichtiges Kriterium und gibt Aufschluss über den Stoffwechsel eines Patienten. Je besser der Blutzucker eingestellt ist, desto niedriger ist der HbA1c-Wert und somit das Risiko an Folgeerkrankungen zu leiden. Da der Arzt unabhängig davon, ob die Blutzuckerwerte aktuell angestiegen oder gesunken sind, den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten zwei bis drei Monate ermitteln kann, wird der HbA1c -Wert auch oft als Blutzuckerlangzeitgedächtnis bezeichnet.

Der richtige Wert

Bei gesunden Menschen liegt der HbA1c – Wert zwischen ca. 4,5 und 6,5 Prozent. Bei gut eingestellten Diabetikern bei 6,5 bis 7,0 Prozent und bei schlecht eingestellten Diabetikern über 7,5 Prozent. Beträgt der Wert über einen längeren Zeitraum mehr als 7 Prozent muss unbedingt gehandelt werden. Ab diesem Wert werden Nerven und Gefäße geschädigt. Das Risiko für langfristige Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle, Erblindungen oder Amputationen steigt enorm. Mittels Metformin kann der HbA1c am wirksamsten gesenkt werden. Ist der Wert jedoch nach einer drei- bis sechsmonatigen Therapie immer noch erhöht, sollte zusätzlich zu Metformin und einer Änderung des Lebensstils mit dem Einsatz eines Basalinsulins begonnen werden. Ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel ist unabdingbar für eine Reduktion von Folgerkrankungen.

Ergebnisse einer der größten Studien zur Therapie des Diabetes Typ 2 zeigen, dass bereits eine 1%-ige Senkung des HbA1c-Wertes das Risiko von diabetesbezogenen Komplikationen, Herzinfarkten, Schlaganfällen sowie Folgeerkrankungen an Auge und Niere vermindert.

Wie oft sollte der HbA1c-Wert gemessen werden?

Der HbA1c Wert sollte zusätzlich zur regelmäßigen ärztlichen Blutzuckerkontrolle und der Selbstkontrolle mindestens einmal pro Quartal gemessen werden. Um einen Überblick über die Ergebnisse zu behalten wird Diabetikern empfohlen, ein Diabetiker-Tagebuch anzulegen. Ist der HbA1c-Wert immer wieder zu hoch, könnte eine Ursache darin liegen, dass die Diabetes-Medikamente nicht optimiert auf das Essverhalten eingestellt wurden oder der Betroffene zu wenig Insulin spritzt. In diesem Fall sollte umgehend der beratende Arzt aufgesucht werden, damit die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.

Aufklärung muss her

Die Auswertung des Diabetes Risikochecks des Jahres 2008 der Diabetes Aufkläraktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ ergab, dass jeder zweite Diabetiker einen zu hohen Langzeitblutzuckerwert hat. Das zeigt, dass viele Diabetiker nicht wissen welche bedeutende Rolle dieser Wert für ihren weiteren Krankheitsverlauf haben kann. Aufklärungsmaßnahmen müssen demnach noch stärker stattfinden. Nur wer seine Werte kennt und dessen Bedeutung versteht weiß, worauf er achten muss und wie er sich verhalten soll.

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