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Weihnachten

Weihnachtsessen mit einem Diabetiker?

Menschen mit und ohne Diabetes begehen das Weihnachtsfest in der Regel sehr ähnlich: Drei Tage lang lässt man es sich im Kreis seiner Lieben kulinarisch richtig gut gehen. Wer bei einem Diabetiker zum Essen eingeladen ist, muss dabei keinesfalls fürchten, Diätkost vorgesetzt zu bekommen. Auch umgekehrt gilt: Wenn Diabetiker zum Weihnachtsessen eingeladen sind, braucht man nicht auf Leckereien zu verzichten.

Diabetiker-Plätzchen: Teuer aber nutzlos

Gerade kurz vor dem Fest läuft die Suche nach passenden Geschenken oft auf Hochtouren: Was weiß man über den Empfänger des Geschenks, was könnte ihm gefallen? Wer dann das Stichwort Diabetes in eine Internet-Suchmanschine eingibt, wird von der schieren Zahl mehr oder weniger diabetikergerechter Produkte überrascht. Da gibt es von Diabetikersocken, über -Ferienhäuser bis zu diabetikerkompatiblen Handys fast alles. Den  größten Marktanteil haben jedoch so genannte „diabetikergerechte Lebensmittel“: Schokolade, Marmelade, Wein, Bier, Kuchen und viele andere Lebensmittel, werden in abgewandelter Form extra für Diabetiker produziert und extra teuer verkauft. Mitunter zahlt man für eine Schachtel Diabetiker-Pralinen ein Vielfaches des Preises für vergleichbare Lebensmittel ohne den schmückenden Zusatz. Nahrungsmittel ohne den Diabetes-Hinweis sind jedoch keinesfalls ungeeignet oder ungesund für Diabetiker. Seit den neunziger Jahren gibt es die Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT), die es Diabetikern ermöglicht, jedes gewünschte Lebensmittel zur gewünschten Zeit zu verzehren, ohne dass es zu unerwünschten Komplikationen des Blutzuckers kommt. So genannte Diabetiker-Lebensmittel werden deshalb in der veralteten Annahme gekauft, dass normaler Haushaltszucker für Diabetiker ungesund sei. Diabetikerlebensmittel werden deshalb mit Süßstoffen oder Fruchtzucker gesüßt. Weil Fett ein guter Geschmacksträger ist, werden zuckerarme Produkte dann durch entsprechende Mengen Fett schmackhafter gemacht. Diabetikerweine sind in der Regel einfach nur trockene Weine mit sehr wenig Restzucker, die sich jedoch sonst nicht von Flaschen ohne das entsprechende Etikett unterscheiden.

Diabetiker-Süßigkeiten selber machen

Wer also ein Geschenk für einen Diabetiker sucht, sollte nicht zu nutzlosen Diabetiker-Produkten greifen. Wenn das Geschenk lecker und gesund sein soll, hilft Eigeninitiative am besten: Bei selbstgebackenen Plätzchen oder selbstgemachten Pralinen sind die Inhaltsstoffe dem Bäcker bekannt und er kann das Rezept benennen. Ein Diabetiker kann aus dieser Zutatenliste errechnen, wie viele Broteinheiten (BE) eine bestimmte Menge Süßigkeiten hat und wie viel Insulin dafür gespritzt werden muss. Bei industriell gefertigten Lebensmitteln finden sich solche Angaben auf der Packung meist nicht, um Nachahmer fernzuhalten. Hinzu kommt, dass selbst gemachte Kekse keine Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe enthalten, womit sie auch für Nicht-Diabetiker gesünder sind, als industriell gefertigtes Weihnachtsgebäck. Ansonsten gilt für Diabetiker zu Weihnachten das Gleiche, was auch für Menschen ohne Diabetes gilt: Wer Weihnachten ohne hohe Zuckerwerte und das ein oder andere Kilogramm mehr auf den Hüften überstehen möchte, sollte sich beim Verzehr süßer und fettiger Gaumenfreuden mäßigen.

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